Brennstempel: Der Einstieg in die Brandmalerei

Die Brandmalerei (Pyrografie) geht zurück bis in die Antike. Mithilfe dieser Methode wurden Stoffe wie Holz, Leder oder Kork geschmückt und gekennzeichnet. In der Pyrografie werden unter Hitzezufuhr über ein geeignetes Gravurgerät die gewünschten Motive in die Materialoberflächen eingebrannt. Das Wort Pyrografie ist Altgriechisch und bedeutet „Kunst mit Feuer“.

Wenn Sie auf der Suche nach einem individuellen Brennstempel sind, dann schauen Sie hier vorbei:

Im folgenden können Sie unseren Brandmalerei Ratgeber lesen, wenn Sie mehr über die Brandmalerei kennen lernen möchten:

Brandmalerei
Brandmalerei – Lorelyn Medina / Shutterstock.com

Der eigene Geschmack und Stil lässt sich durch die Brandmalerei elegant ausdrücken. Fantasievolle oder praktische Motive werden mit etwas Übung in die gewünschten Gegenstände eingraviert. Die richtige Vorbereitung, das geeignete Werkzeug und etwas Übung sind bei der Pyrografie Voraussetzung, um erfolgreiche Ergebnisse zu erzielen. Wir haben für Sie wichtige Tipps für den Einstieg in die Brandmalerei zusammengefasst.

Welche Werkzeuge brauche ich?

Der Brandmalkolben (Brennstab) ist das wichtigste Gerät für die Brandmalerei. Er ähnelt dem Lötkolben, hat aber einen kürzeren Stiel. Je nachdem, wie viel Geld Sie ausgeben möchten, können Sie sich für die einfache Ausführung entscheiden, oder das professionellere Model inklusive Brennstation erwerben.

Die günstige Variante wird direkt an die Steckdose angeschlossen. An diesem Kolben lässt sich die Temperatur nicht verstellen. Die konstante Wärmezufuhr ist niedrig, demzufolge kann mit diesem Brennstab nur weicheres Holz graviert werden. Professionellere Brandmalkolben werden inklusive Brennstation geliefert. Mit einem Kabel wird der Brennstab an einen Trafo angeschlossen. Der Trafo ist Teil der Brennstation und dient der Temperaturregelung.

Der Brandmalkolben wird mit Brennschleifen oder Brennstempeln bestückt. Brennschleifen sind in verschiedenen Formen erhältlich und können beliebig ausgetauscht werden. Welche Form Sie wählen hängt von den Effekten ab, die Sie bei Ihrer Arbeit erzielen möchten. Für das Zeichnen von feinen Konturen und kleinen Details eignen sich dünne, spitz zulaufende Brennschleifen. Mit abgeflachten, breiten Brennschleifen gelingen Schattierungen am besten. Gebogene Brennschleifen zeichnen weiche Übergänge und können bei großen Flächen eingesetzt werden. Und runde, abgeflachte Brennschleifen gelten als Alleskönner, da sie für mehrere Effekte eingesetzt werden können.

Brennstempel können individuell angefertigt werden. Sie sind rund oder eckig und haben das gewünschte Bildmotiv oder einen bestimmten Schriftzug bereits eingestanzt. Brennstempel sehen aus und funktionieren im Prinzip wie ein Stempel. Nur werden sie nicht in Tinte getaucht, sondern auf den Brandmalkolben aufgesetzt und auf die Oberfläche des Arbeitsmaterials aufgedrückt. Das Stempelmotiv wird so in das Arbeitsmaterial eingebrannt. Wie lange Sie den Brennstempel in das Material drücken müssen, hängt von der Beschaffenheit des Materials und der Temperaturzufuhr im Brennstab ab. Brennstempel können über das Internet in diversen Onlineshops bestellt werden.

Die ersten Schritte in der Brandmalerei

  • Um ein Gefühl für Brennwerkzeug und Materialoberfläche zu bekommen, können Sie auf günstigen Restbeständen aus Holz oder Leder üben.
  • Nehmen Sie Schleifpapier um die Oberfläche des Materials zu glätten und wischen Sie anschließend den Staub gründlich ab.
  • Den Brandkolben nehmen Sie wie einen Stift zwischen Daumen und Zeigefinger.
  • Testen Sie die Temperatureinstellungen, bis Sie ein Gefühl für die richtige Stärke entwickeln. Fangen Sie dabei mit einer niedrigen Temperatur an und arbeiten Sie sich langsam nach oben. Niedrige Temperaturen erzeugen hellere Linien, die in einem zweiten Arbeitsgang problemlos verdunkelt werden können. Eine zu hohe Temperatureinstellung zerstört die Materialoberfläche.
  • Führen Sie den Brandmalstift immer von oben nach unten.
  • Zeichnen Sie zuerst den Hintergrund Ihres Motivs. Es ist viel einfacher, den Vordergrund später in den Hintergrund brennen.
  • Hellere Brennlinien erreichen Sie durch schnelle Handbewegungen über die Oberfläche. Ein langsames Führen des Brennstiftes erzeugt dunkle, dickere Linien.
  • Reinigen Sie die Brennspitze vor jedem neuen Einsatz mit einer Messingbürste. Ein verunreinigter Brennaufsatz führt zu unsauberen Brennlinien.

Welche Materialien eignen sich für die Brandmalerei?

Bestens geeignet für die Brandmalerei sind Holz, Leder sowie Kork und Papier. Kunststoffe sind ungeeignet, da sie beim Einbrennen schnell verformen. Für Anfänger ist Holz die geeignete Arbeitsfläche. Wenn Sie das Brennen auf Holz geübt haben, können Sie auch Lederstücke verschönern. Linde, Birke, Pappel oder Ahorn zählen zu den weichen, hellen Holzarten und sind zum Verzieren ideal. Sie haben eine besonders glatte Oberfläche, der Brennkolben bleibt nicht hängen und die Ergebnisse werden schöner. Zusätzlich sticht Ihr eingebranntes Kunstwerk auf dem hellen Hintergrund besonders hervor.

Weniger geeignet sind Holzarten mit stark ausgeprägten Jahresringen. Dazu gehören die Kiefer und die Fichte. Die starke Prägung der Jahresringe und die dunklen Farben dieser Hölzer lassen eingebrannte Motive nicht gut zur Geltung kommen. Auch auf härteren Holzarten, wie der Eiche oder Buche, lassen sich oft keine schönen Ergebnisse erzielen. Sollten Sie doch eine dieser Holzarten verzieren, müssen Sie mit einer höheren Brenntemperatur arbeiten. Aufgrund ihrer Beschaffenheit zählen auch Kiefernholz, Eichenholz, Tannenholz und Mahagoniholz zu den für die Brandmalerei ungeeigneten Materialien.

Sicherheitstipps für die Brandmalerei

  • Tragen Sie beim Brennen eine Schutzbrille.
  • Den Arbeitsraum gut lüften, damit schädliche Dämpfe schneller ausströmen.
  • Arbeiten Sie ausschließlich auf einer feuerfesten Unterlage, das senkt die Brandgefahr und verhindert Schäden an den Möbeln.
  • Günstige Sperrholzplatten aus dem Baumarkt eignen sich gut, um das Brennen zu üben. Bitte beachten Sie – > Nicht bis zur Leimschicht durchbrennen. Brennender Leim setzt giftige Dämpfe frei.
  • Machen Sie sich mit dem Gravurwerkzeug vertraut, bevor Sie mit der Arbeit beginnen. Damit vermeiden Sie Verletzungen und teure Materialverschwendung.
  • Die Brennspitze wird sehr heiß. Benutzen Sie deshalb zum Wechseln eine mit Isolierband umwickelte Zange.
  • Um Brandverletzungen zu vermeiden, wechseln Sie die Brennspitze nicht aus, bis diese nicht abgekühlt ist.
  • Die Brenntemperatur darf nicht zu hoch eingestellt sein. Testen Sie aus, welche Temperatur am besten für das Material geeignet ist. Vorsorglich können Sie auch mit niedrigeren Temperaturen arbeiten und bei Bedarf mehrere Schichten brennen.
  • Den Brandkolben nicht unbeaufsichtigt liegen lassen, während er an das Stromnetz angeschlossen ist.

Brandmalerei Tutorial:

Das Brandmalen ist ein schönes, befriedigendes Hobby, auch wenn es einiger Vorbereitungen bedarf. Geübte Brandmaler fertigen Bilder mit unglaublicher Tiefe und einem fast lebensechten Effekt an. Sicherlich wird es einiges an Übung brauchen, bis auch Sie solche Motive kreieren können. Dennoch ist der Weg dorthin spannend und jedes neu geschaffene Kunstwerk eine schöne Bestätigung und Entspannung vom hektischen Alltag.

Letzte Aktualisierung am 15.10.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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